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Luxemburger Wort 26 Juli 2019

Wiedergeburt der alten Dame

 

Vespa findet auch in Luxemburg immer mehr Anhänger

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Foto: Raymond Schmit
 
Die Vespas gibt es mit verschiedenen Motorisierungen.

Reckingen/mess. Sie genoss in den 1950er-jahren Kultstatus, genau wie der VW Käfer oder der 2 CV. In ihrem Geburtsland Italien konnte die Vespa zwar dem Ferrari, der als nationales Heiligtum gilt, nicht den Rang ablaufen, aber immerhin ist sie genauso populär und wesentlich billiger in der Anschaffung und genügsamer im Futter als der Sportwagen mit dem aufbäumenden Pferd im Wappen. Sogar bis in den Film hat sie es geschafft. Nachdem es jahrelang ruhig um sie geworden war, feiert die alte Dame Wiedergeburt. Auch in Luxemburg hat der Roller aus dem stiefelförmigen Land inzwischen eine große Anhängerschaft.

Ihren Namen verdankt die Vespa übrigens der Wespe oder Biene. Von oben betrachtet erinnerte ihre Form nämlich an das Fluginsekt. Das motorisierte Zweirad sollte nach den Vorstellungen seiner Erfinder eher ein Nutzfahrzeug werden. Zu einem Popularitätsschub vor allem bei jungen Leuten verhalf dem Roller sicher auch die Tatsache, dass man in Italien damit ohne Führerschein mit 14 Jahren auf öffentlichen Straßen fahren durfte.

Eine Verwechslung mit der Lambretta sollte man übrigens bei Kennern tunlichst vermeiden. Das bringt dem Laien bei eingefleischten Vesparisti höchstens ein verächtliches Nasenrümpfen ein. Das Konkurrenzmodell wurde in Mailand bei Innocenti hergestellt und unterschied sich u.a. durch ein anderes Antriebs- und Motorsystem, wie sich der Nichtkenner der Materie belehren lassen muss. In den 1980er-jahren ebbte das Vespafieber etwas ab. Andere Hersteller boten Modelle an, die vor allem der Jugend attraktiver erschienen. In Italien erkannte man die Zeichen der Zeit und verpasste dem Urvater aller Scooter eine Verjüngungskur. Elektronische Zündungen und verschiedene Formen sollten neue Kunden anlocken. Allerdings dauerte es Jahre, bis die Liebe zu dem bequemen Stadtflitzer wieder neu entflammte.

Nachdem sie auf Luxemburgs Straßen eher Seltenheitswert hatte, erlebt die Vespa auch im Großherzogtum ihre Wiedergeburt. Inzwischen gibt es zwei Vereine, die sich dem Roller verschrieben haben. Einer von ihnen ist der Vespa-club Roude Léiw mit Sitz in Reckingen/mess. Aus der Taufe gehoben wurde der Club am 4. Januar 2012. Inzwischen zählt er bereits 250 Mitglieder. „Tendenz steigend“, erklärt Vereinspräsident Dan Dos Santos nicht ohne Stolz. Auch prominente Vesparisti sind im Verein eingeschrieben. Unter ihnen ist Premierminister Xavier Bettel. Im Vereinssitz trifft man sich, um zu fachsimpeln, zukünftige Aktivitäten zu planen oder alten Rollern im vereinseigenen Atelier neues Leben einzuhauchen. Und dazu bedarf es nicht nur Fachkenntnisse, sondern auch Geduld. Von alten Modellen bleibt oft nur noch die nackte Karosserie. Dann beginnt mit viel Liebe zum Detail die Wiedergeburt Ersatzstücke findet man auf Märkten oder Tauschbörsen in Italien. Seltene Exemplare wurden auch schon bei Reisen nach Portugal entdeckt. Zu den Aktivitäten gehören gemeinsame Ausfahrten wie der Giro della Scarpa, der durch Luxemburg führt. Aber auch bei Fahrten im Ausland wie den Alpdays in Österreich sind die Vespafreunde aus Luxemburg bereits bestens bekannt.

Ganz billig ist die Liebe zur alten Dame nicht immer. Eine Vespa der ersten Baureihe U98 sei „fast unbezahlbar“, erfährt man im Vereinshaus in Reckingen. Und falls man doch noch eines der seltenen Exemplare auftreibt, dann werden 20 000 bis 30 000 Euro fällig. rsd promouvoir «l'amitié, l'estime et la tolérance».

Esch Fifty One via mywort.lu

70 years of VESPA

Exposition au CNVH Diekirch
 
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75 Joër Vespa

Zum 75ten Gebuertsdaag vun der Vespa, huet den RTL eng visite an d'Vespanascht gemeet.
Den President ass do Intervieuwt ginn, an stung ried an äntwert op deih verschidden froen.
 
Hei ass den Link zu den Foto'en.  ---> Klick